Die Chinesen-ein kurzer Aufriss
Jetzt sind schon fast zwei Wochen vergangen in diesem fremden Lande, dieser fremden, pulsierenden Megastadt. Ich konnte schon einige Erfahrungen mit dieser speziellen Sorte von Mensch, dem Chinesen, sammeln und wollte hier kurz einige, meiner Meinung nach, interessante Aspekte darstellen. Fangen wir doch einfach einmal mit der morgendlichen Metrofahrt an: Schon von Weitem kann man definitiv unterscheiden, ob vor Einem ein westlicher oder ein chinesischer Mensch lauft. Denn: Westler schwingen ihren ganzen Körper wahrend sie laufen, wohingegen die Chinesen nicht laufen, sondern eilen. Egal wann, wo oder wie, die Chinesen scheinen zumindest hier in Shanghai immer zu spät zu sein und rennen bzw. sprinten daher fast durch die U-Bahn Gänge. Tut sich dann allerdings eine Rolltreppe vor der eilenden Masse auf, kommt es zu einem Problem: Ungefahr 100 Menschen, die es alle unglaublich eilig haben, müssen sich auf eine schmale Rolltreppe schleusen. Doch das Wort "Schlange stehen" scheint hier ein Fremdwort zu sein. Hier gilt eher das Motto "kämpf oder stirb". Wer sich nicht vordrängelt, hat halt Pech gehabt. Basta. Dasselbe kann man auch auf das Ein- und Aussteigen projizieren. Während uns in der westlichen Welt schon zu Kindestagen immer wieder eingetrichtert wurde erst die Leute aussteigen lassen und DANN einsteigen, preschen die Chinesen mit einem Affenzahn sowohl aus als auch in die Metro. Frei nach dem Motto: "Kämpf oder stirb".
Wieso das chinesische Volk nichts störendes an dieser Art findet? Ganz einfach: Hier wird eindeutig der begriff "personal space" auf eine ganz andere Art definiert. Während wir Europäer mindestens einen Ellenbogen Platz um uns herum brauchen, stört es die Chinesen nicht im Geringsten dem Anderen die Achsel, die Schulter oder den Arm in die Seite zu drücken. Auf die Sitze in der Metro quetscht man sich auch gerne mal zu 8, auch wenn sie nur fur 5 Menschen ausgelegt sind. So kommt es öfters vor, dass ich, auch wenn nach chinesischer Sicht ein "Platz" (oder eine europäische "Lücke") hervorlugt, doch lieber stehe, auch wenn die Füsse noch so schmerzen.
Des Weiteren möchte ich noch den chinesischen Bezug zur Individualität hervorheben: Diese wird in der Volksrepublik China namlich ungefahr so gewichtet, wie ein Sandkorn in der Sahara. genau. Gar nicht. Das merkt man allen DIngen voran im Kindergarten, in dem ich gerade arbeite. Ein Auftreten gibt es nur als Masse und möchte man die Kinder allein fördern oder auch nur irgendwie in Kontakt treten, reagieren diese gleich dezent verstört und wissen nicht wirklich was damit anzufangen, was dieser komische westliche Mensch da gerade von einem will. Gehorchen die lieben Kleinen einmal nicht, wird von den chinesischen Lehrern auch gerne mal zum alt bewährten Schlag auf den Hintern gegriffen, während ich nur mit offenem Mund zusehe...
Apropos offener Mund: Jeden Morgen bzw. eigentlich immer wenn ich mich ausserhalb unserer Wohnung bewege, spüre ich Augen, starrende Augen, in meinem Rücken oder blicke ihnen direkt ins Gesicht. Jedesmal würde ich am Liebsten alut schreien "ja, verdammt, ich weiss, dass ich überdurchschnittlich gross bin, ja verdammt, ich bin auch ungewöhnlich braun und ja verdammt: ICH KOMME NICHT AUS DEINEM LAND WIE ALLE ANDEREN MILLIONEN MENSCHEN IN DIESER STADT!". Doch da der Chinese sich mit gefuhlsausbrüchen nicht so gut zu verstehen weiss, versuche ich ruhig weiterzuatmen und die Chinesen selbst als eine Attraktion zu sehen. Es funktioniert jeden Tag besser und lernen tut man in jeder Sekunde. Dies nur als ein kleiner Einblick in diese atemberaubende Kultur, die nicht gerade einfach zu verstehen ist, dafür aber umso faszinierender.
Wieso das chinesische Volk nichts störendes an dieser Art findet? Ganz einfach: Hier wird eindeutig der begriff "personal space" auf eine ganz andere Art definiert. Während wir Europäer mindestens einen Ellenbogen Platz um uns herum brauchen, stört es die Chinesen nicht im Geringsten dem Anderen die Achsel, die Schulter oder den Arm in die Seite zu drücken. Auf die Sitze in der Metro quetscht man sich auch gerne mal zu 8, auch wenn sie nur fur 5 Menschen ausgelegt sind. So kommt es öfters vor, dass ich, auch wenn nach chinesischer Sicht ein "Platz" (oder eine europäische "Lücke") hervorlugt, doch lieber stehe, auch wenn die Füsse noch so schmerzen.
Des Weiteren möchte ich noch den chinesischen Bezug zur Individualität hervorheben: Diese wird in der Volksrepublik China namlich ungefahr so gewichtet, wie ein Sandkorn in der Sahara. genau. Gar nicht. Das merkt man allen DIngen voran im Kindergarten, in dem ich gerade arbeite. Ein Auftreten gibt es nur als Masse und möchte man die Kinder allein fördern oder auch nur irgendwie in Kontakt treten, reagieren diese gleich dezent verstört und wissen nicht wirklich was damit anzufangen, was dieser komische westliche Mensch da gerade von einem will. Gehorchen die lieben Kleinen einmal nicht, wird von den chinesischen Lehrern auch gerne mal zum alt bewährten Schlag auf den Hintern gegriffen, während ich nur mit offenem Mund zusehe...
Apropos offener Mund: Jeden Morgen bzw. eigentlich immer wenn ich mich ausserhalb unserer Wohnung bewege, spüre ich Augen, starrende Augen, in meinem Rücken oder blicke ihnen direkt ins Gesicht. Jedesmal würde ich am Liebsten alut schreien "ja, verdammt, ich weiss, dass ich überdurchschnittlich gross bin, ja verdammt, ich bin auch ungewöhnlich braun und ja verdammt: ICH KOMME NICHT AUS DEINEM LAND WIE ALLE ANDEREN MILLIONEN MENSCHEN IN DIESER STADT!". Doch da der Chinese sich mit gefuhlsausbrüchen nicht so gut zu verstehen weiss, versuche ich ruhig weiterzuatmen und die Chinesen selbst als eine Attraktion zu sehen. Es funktioniert jeden Tag besser und lernen tut man in jeder Sekunde. Dies nur als ein kleiner Einblick in diese atemberaubende Kultur, die nicht gerade einfach zu verstehen ist, dafür aber umso faszinierender.
marnie hensler - 26. Jun, 10:55
