Donnerstag, 28. März 2013

Reids Farm

Einen kleinen Beitrag moechte ich an dieser Stelle noch uber unsere Unterkunft hier in Taupo schreiben. Im Reisefuehrer lasen wir, dass es hier einen gratis Campingplatz gibt, eine wirkliche Raritaet hier in Neuseeland, da Freedom Camping doch in vielen Gegenden verboten ist, unter anderem Taupo.
Die Geschichte hinter dieser "Farm" ist folgende: Die Familie Reid besass vor einigen Jahren besagtes Grundstueck und vermachte es dann aus welchen Gruenden auch immer, der Stadt Taupo. Allerdings mit der Bedingung, dieses Grundstueck fuer alle Leute zugaenglich und kostenlos zu lassen. Insbesondere fuer Backpacker und Camper, da der ehemalige Besitzer scheinbar ein Herz fuer Traveller hatte.
So kam es, dass auch wir irgendwann in die Einfahrt zu Reids Farm einbogen und erst einmal dachten, wir haetten ien Hippiefest gecrasht. Direkt am Fluss zwischen Baeumen gelegen, erstrecken sich einige Flaechen an Wiesen und Parkluecken, in denen sich Neuseelaender, Camper, Campervans, Zelte und diverse andere Menschen tummeln, in der Sonne sitzen, rauchen, essen und Kajak fahren. Gegen Abend leerte sich es dann ein wenig und die Camper blieben fuer sich. So sassen wir ein ganzes Weilchen mit 6 Deutschen (es wimmelt hier nur so von Deutschen!) gemeinsam am Tisch, hoerten Musik und genossen es mal wieder, unter Menschen zu sein.
Danke an die Familie Reid wuerde ich an dieser Stelle wohl mal sagen...

Skydive Taupo

Was soll ich sagen... den letzten Tag und die atemberaubenden 45 Sekunden sind eigentlich nicht zu beschreiben. In einer Limousine wurden wir sogar abgeholt, kurz instruiert und dann in ein kleines, pinkes Flugzeug verfrachtet und ehe wir es uns versahen in die Luft gebracht. Hoehenmeter um Hoehenmeter schraubten wir uns bei traumhaftem Wetter ueber dem kristallklaren Lake Taupo immer weiter auf 4000 m Hoehe. Unsere Guides meinten nur, wenn das rote Licht nicht mehr blinkt, springen wir. Wir drei starrten gespannt immer abwechselnd aus dem Fenster und das rote Licht, uns immer wieder fragend, was und wieso wir uns das hier eigentlich antun. Doch als das Licht ausging und man an der Kante des Flugzeuges sass und in die Tiefe blickte... da dachte man schon kurz, jetzt ist alles vorbei. Wenn einfach nichts ausser Luft unter dir ist und du weisst, dass in wenigen Sekunden ein steinharter Boden auf dich wartet...
Doch dem Guide war deine Angst egal. Es hiess kurz und jetzt geht's los und schwupp... machten wir einen Salto und flogen im Sturzflug Richtung Erde. Ich hatte keine Ahnung mehr, wo oben oder unten war, sah nur den See und das Gruen am Boden wild durcheinanderwirbeln bis mein Guide mir auf die Schulter klopfte, als Zeichen der "Entspannung". Jetzt konnte ich meine Arme ausbreiten und das Gefuehl des freien Falls auch wirklich geniessen. Meine Guete war das ein Adrenalinkick! Nachdem ich mir 45 Sekunden die Kehle ausdem Leib geschrien hatte, ging der Fallschirm auch schon auf und wir befanden uns in einem sanften Sinkflug und jetzt konnte man die Zeit nutzen, um die Landschaft mit all ihrer Schoenheit wirklich aufnehmen zu koennen. Atemberaubend, unbeschreiblich einfach uebertrieben geil... Slebst diese Worte koennen das nicht wirklich erfassen und beschreiben. Unten angekommen ueberrollte uns ersteinmal ein irrsinniges Gluecksgefuehl und ich hoffe, ihr konntet jetzt zumindest einen kleinen Eindruck gewinnen, wie extrem so ein Sprung ist. Der erste Gedanke danach war: Wo bekommen wir jetzt nochmal 240 Dollar her, um ein zweites Mal zu springen.
Ein Riesenerlebnis!
Den Rest des Tages verbrachten wir damit, am See in der Sonne zu liegen und uns immer wieder gegenseitig vor Augen zu fuehren: "Checkst du, dass wir heute Fallschirm gesprungen sind!?". Ein Wahnsinnstag!

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