Vietnam
Nach zwei Tagen Bangkok, die wir hauptsaechlich mit Shoppen auf der Khao San Road verbrachten und zwischendurch noch alles assen, was wir noch essen wollten, bevor es nach Neuseeland geht. Dementsprechend genossen wir dreimal am Tag Pad Thai, green und red curry, Fruehlingsrollen, Mango sticky Reis und Fruchtsaefte bis zum Umfallen. Es tut uns inzwischen sehr im Herzen weh, diesen atemberaubenden Kontinent, mit all seinen Vorzuegen zu verlassen. Deswegen goennten wir uns eines Abends auch gerne einen eisgekuehlten Drink auf der Terasse unseres Hostels und Lea und Camilla performten bis spaet in die Nacht hinein zu allen moeglichen Liedern. Man sieht: Die asiatische Karaokeliebe hat abgefaerbt. Irgendwann hiess es immer nur "one last song.. und dann gehen wir schlafen", doch so wirklich wollten wir die Zeit hier in Asien nicht beenden. Denn es war klar: Das ist nicht nur ein "last song", sondern "last night, last day". Eine traurige Angelegenheit.
So kommt es, dass wir gerade noch ein "last meal" zu uns nahmen (diesmal etwas spartanischer aufgrund des doch sehr geschrumpften Budgets...) und uns in der naechsten Stunde auf den Weg zum Flughafen machen.
Fazit:
Vier Wochen Kambodscha und Vietnam, darunter noch einige wenige Tage in der Metropole Bangkok, sind wie im Flug und doch wahnsinnig intensiv vergangen und in Erinnerung geblieben. Wir kamen in den Genuss von Landschaften, die man sonst nur in seinen Traeumen oder auf Hochglanzwerbeplakaten sieht, konnten die asiatische Kueche bis ins letzte Fitzelchen auskosten und kamen in direkten Kontakt mit den Einheimischen. Die Bilanz ist einzigartig: 6 Schals, zwei massgeschneiderte Paar Schuhe, 432 Fotos, 27 Videos, 5 Sleeping Bus Fahrten und eine gehoerige Portion Abenteuer und Lebensfreude. Dazu kommen Motorradfahrten durch die vietnamesischen Berge, ein Krankenhausaufenthalt in der Partystadt Sihanoukville, Kambodscha, sowie zwei Grenzuebergaenge, ein Inlandsflug und jede Menge neuer Bekanntschaften aus aller Welt.
Das kann sich sehen lassen, oder?
marnie hensler - 13. Mär, 08:05
... und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nach zwei Tagen in der zwar interessanten, quirligen Grossstadt Hanoi beschlossen wir, uns mal wieder in ein Abenteuer zu begeben. Das Ziel hiess Mai Chau, eine Dorfgegend in den Bergen suedlich von Hanoi. Doch erst einmal mussten wir den Reisebueros nacheinander klar machen, dass wir KEINE gefuehrte Tour buchen wollten, sondern einfach nur one way nach Mai Chau. Da sich dies eher als schwierig gestaltete, entschieden wir uns kurzerhand fuer die billigere, aber eben weniger komfortable Variante: Local Bus. Gegen 14.00 fanden wir uns am lokalen Bus Terminal My Dinh ein. Weit und breit keine westlichen Menschen und/oder Englisch sprechende Personen. Nichtsdestotrotz kamen wir mit 'Mai Chau, Mai Chau' dann doch in irgendeinen Bus, der dann auch wirklich in die Berge fuhr. Unterwegs sammelten wir immer wieder Menschen ein, die einfach am Strassenrand standen und auf den Bus warteten. Wenn kein Sitz mehr frei war, kein Problem, einfach in den Gang, stehend oder eben auf den Reissack. So einfach kann's gehen.
Gegen Abend erreichten wir nach einer traumhaften Kurvenfahrt durch die Berge noch mitten im Sonnenuntergang ueber den auftauchenden Reisfeldern das kleine Mai Chau. Bzw dachten wir das. Nachdem wir ein Guesthouse gefunden hatten, das nur uns beherbergte, lasen wir im Reisefuehrer, dass Mai Chau mehrere Doerfer mit einschliesst, darunter vor allen Dingen das etwas touristischer ausgelegre Ban Lac, 2km entfernt. Denn in dem 'Dorf', in dem wir gelandet waren, gab es weder ein Restaurant, noch eine Busstation. Geschweige denn Englisch sprechende Menschen.
Deshalb beschlossen wir am naechsten Morgen kurzerhand die Wanderschuhe anzuziehen, Rucksack auf und losmarschiert. Durch wirklich atemberaubende Landschaft, zwischen massiven Bergen, die sich im Wasser der Reisfelder spiegelten, kamen wir nach Ban Lac. Einem Dorf der weissen Thai, die hauptsaechlich in Stelzenhaeusern leben. Doch auch hier Fehlanzeige: Keine Touristen. Das Problem an der Sache sei hier einmal kurz ausgelegt: Wir mussten wirklich dringend herausfinden, wann unser Bus am Sonntag zurueck nach Hanoi faehrt, da wir unseren Flug nach Bangkok um 17.00 unter gar keinen Umstaenden verpassen durften. Laut Reisefuehrer faehrt naemlich nur einer um 5.00 und um 14.00 und braucht jeweils 4 Stunden.
Doch Sorgen konnten wir uns auch noch spaeter machen. Bei strahlendem Sonnenschein zog es uns in die Berge, sodass wir einfach weitermarschierten. Irgendwann hoerte dann war auch der Weg auf, aber was soll's. Wir hatten ja Wanderschuhe deutscher Qualitaet. Also weiter. Und nach kurzer Zeit schritten wir durch ein Reisfeld und lauschten fern klingenden Gesaengen. Waren das Moenche? Gab es dort ein Kloster? Doch je naeher wir kamen, desto klarer wurde uns... Moment: Da singt doch jemand Karaoke!? Und so war es dann auch. Und hier faengt der Tag dann eigentlich erst an... ich sage nur LEGENDAER und widme den folgenden Stunden einen eigenen Artikel.
marnie hensler - 11. Mär, 15:06
Als wir eben in besagtes Dorf einbogen, lugten wir um die Ecke und sahen einen Haufen Vietnamesen, die ins Mikrofon groelten. Unglaublich schraeg, unglaublich besoffen, aber unglaublich gluecklich. Mehrere Generationen gleichzeitig schienen ein riesiges Fest zu feiern und ploetzlich winkten sie uns einfach hinzu und setzten uns auf die Bank vor dem Fernseher, gaben uns Reiswein aus Bambusroehren und fuellten uns mit Reisschnaps ab. (Als ich am Abend dann mein Desinfektionsmittel benutzte, konnte ich dies sehr stark mit diesem Schnaps assoziieren...). Irgendwann hatten sie uns dann soweit, dass wir 'Father and Son' von Cat Stevens ins Mikro bruellten und uns in einem Haufen vietnamesischer Feierwuetigen befanden. Einige Minuten spaeter hatten wir dann auch ploetzlich traditionelle Roecke an und tanzten mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Grosseltern in einem Kreis. Das war mal eine Erfahrung sag' ich Euch. So nette Menschen auf einem Haufen, teilen alles mit uns und sind einfach nur wahnsinnig gluecklich. Mitten am Tag zu trinken und zu tanzen, irgendwo im Nirgendwo... Was gibt es Besseres? Pures Lebensgefuehl!
Danach schleppten sie uns dann auch noch zum lokalen Fussballderby. Geschossen wurde auf Tore (3 Bambusstabe, die auch merhmals zusammenbrachen...) und wir sassen gemeinsam mit den Frauen am Rand und johlten ud poebelten in vietnamesisch-deutscher Gemeinsamkeit. Gegen Spaetnachmittag verabschiedeten wir uns allerdings, um in der untergehenden Sonne noch zurueck zu laufen und anschliessend 2000 Stufen auf den Berg zu kraxeln. Trotz etwas vernachlaessigter Kondition und ubermaessigem Schweissuasbruch schafften wir es nach ganz oben und genossen einen herrlichen Ausblick uber ganz Mai Chau.
Danach hiess es nur noch: HUNGER. Mal wieder gab es Chicken und reis mit Sojasosse. Und ein Schafferbier. Dieses 'Festmahl' schmeckte besser, als man es soch vorstellen kann. Eine wahre Belohnung fuer einen irrsinnigen Tag. Laut Fremdenfuehrer (den wir Gott sei Dank zufaellig in Ban Lac trafen) faehrt der Bus nach Hanoi um 5.15, sodass wir nach einer kurzen Nacht fruehmorgens auf dem Markt standen (Busstation fehlend) und warteten. Und warteten. und warteten. Doch man glaubt es kaum, es ging alles gut. Um 9.30 kamen wir in Hanoi an und konnten ganz planmaessig unseren Flug nach Bangkok antreten. Jetzt sind wir dort auch in unserem Lieblingshostel Lub D angekommen und geniessen die Zivilisation.
marnie hensler - 11. Mär, 15:06
Nachdem auch wir endlich mal Glück hatten mit unserem sleeper Bus (wir hatten eine Toilette und drei Betten nebeneinander-Jackpot geknackt!) , konnten wir gemütliche 13 Stunden im Bus schlafen, während draußen der Nebel und Regen sein Unwesen trieb. Um 7.00 kamen wir planmäßig (auch sehr ungewöhnlich) in Hanoi an und konnten sogleich den Vietnamesen beim morgendlichen Thai chi am See zusehen. Im Hanoi Ocean Hotel gab es dann die ersehnte Dusche für uns, bevor es mal wieder auf Nahrungssuche ging. Dies gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da die meisten Cafés erst gegen 8.00/9.00 aufmachen. Nichtsdestotrotz fanden wir etwas und stärkten uns für einen langen Tag. Gegen Mittag trennten wir uns noch einmal und ich fuhr mit dem Mopedfahrer meines Vertrauens ins außerhalb der Stadt gelegene ethnologische Museum. Aber das hat sich gelohnt, meine Herren, die haben dort an die 15 Wohnhäuser der verschiedenen Stämme in Echtgröße nachgebaut, sowie Krematorien und gemeinschaftshäuser. Von dort ging es dann weiter ins wasserpuppentheater-freaky, aber definitiv sehenswert. Am Abend aßen wir wunderbares Curry im golden drum Restaurant mi Blick auf dir Straßen Hanois.
Am nächsten Tag hieß es dann auf nach ha Long. Im Minivan (der wirklich zum Bersten vollestopft wurde) waren es vier Stunden nach ha Long und dort gab es auf unserem schnuckeligen Boot erst einmal Lunch, bevor wir die erste Höhle besuchten in der scheinbar so bekannten James Bond Bucht. Von dort ging es dann aber in ihr Postkarten-Traum-Bucht und mit dem Kajak durch die schwimmenden Dörfer. So ein Panorama sag ich euch! In der angenehmen nachmittagssonne drehten wir dann noch eine runde auf dem weg zurück in den Hafen und saßen auch dann schon wieder im Bus zurück. What a Day.
marnie hensler - 8. Mär, 02:36
Nach 10 sehr erholsamen Stunden Schlaf dringt so langsam das erste Tageslicht durch die Vorhaenge in unser Hotelzimmer. Ein kurzer Blick auf die Uhr: 7.14. Da dreht man sich doch gerne noch einml um. Doch irgendwie ist da ein prasselndes Geraeusch, das nicht aufhoeren moechte. Noch einmal kurz ins Reich der Traeume, aber das Geraeusch will nicht weichen. Ans Fenster scheint irgendetwas zu klopfen, leise, aber konstant. Es erinnert an ein Phaenomen aus der Heimat... Moment. Regen!?Ist das Regen? Brille auf und ans Fenster geschlichen: Tatsache. Kleine, nasse Tropfen prallen ans Fenster und rinnen hinab. Sowas... Und auch jetzt, gegen 17.30, hat das ungewohnte Wetterereignis nicht abgebrochen. Das hat unsere Plaene ein wenig durchkreut, sodass wir jetzt beschlossen haben, morgen direkt nach Hanoi weiterzureisen. Hoi An ist zwar schnuckelig und der Strand soll auch schoen sein, aber bei diesem Regenwetter mit 83%iger Luftfeuchtigkeit vergeht einem da schnell die Lust. Eben noch unsere massgeschneiderten Bestellungen, die bei mir aus einem roten Kleid und zwei Paar Schuhen bestehen, abgeholt und zurueck ins Hotel Reisefuehrer lesen und CNN schauen. Hat auch mal was so ein ruhiger Tag. Morgen wird noch anstrengend genug, mit insgesamt 20 Stunden Busfahrt...Yay!
marnie hensler - 3. Mär, 11:19
Jetzt ging auch leider unser Trip mit den Easyridern zu Ende. Im Hotel Eden ubernachteten wir in einem Zimmer mit Air Condition, Balkon und heisser Dusche. Wahrer Luxus nach Stunden auf dem Hoellenbesen. Ein leckeres Dinner im Herzen der Provinzhauptstadt der Highlands-ganz vegetarisch- und schon fielen wir mal wieder hundemuede in die Betten. Am naechsten Morgen konnten wir noch unter einen Wasserfall klettern und im erfrischenden Strom baden, bevor es in der prallen Sonne Richtung Nha Trang ging. Sonnenbrand hallo! Nichtsdestotrotz kamen wir gegen 16.00 in der Touristenhauptstadt an und schlenderten noch ein wenig durch die inzwischen sehr westliche Stadt. Ein bisschen frisch gemacht im Bad des Touristenbueros und schon ging es auf den Nachtbus. Doch oh ha-ein sehr aussergewoehnlicher Fall tritt ein: Doppelbuchung. Da wir mal wieder als letzte in den Bus stiegen (Stress wird ja uberbewertet) fanden wir in den uns zugeordneten Pritschen schon zwei zwar nette, aber dennoch nicht einsichtige Deutsche. So kam es, dass wir im unteren Bereich uns aneinander kuschelten und uns im Halbschlaf durch Vietnam ruckeln liessen. Vielleicht sind wir auch durch Feld und Acker gefahren...
Auf jeden Fall hat jede Busfahrt mal ein Ende und wir befinden uns jetzt im suessen Hoi An an der Kueste Zentralvietnams. Um 8.00 eingecheckt, heisse Dusche und ein All-you-can-eat Fruehstuecksbuffet weckten die Lebensgeister in uns und jetzt heisst es erstmal Hoi An erkunden.
marnie hensler - 2. Mär, 04:22
Wo soll ich uberhaupt anfangen...
Nachdem wir Hoh Chi Minh, ehemals Saigon, relativ schnell verlassen hatten, da wir so langsam die Nase voll von Schwuele, Touristenstromen und Grossstadtfeeling hatten, sassen wir in einem diesmal sehr angenehmen Bus Richtung Da Lat, dem "kleinen Paris" der Kolonialzeit. Als wir dort gegen 16.00 aus dem Bus stiegen schlug uns eine angenehme Frische entgegen, die sehr an europaeisches Fruehlingswetter erinnerte. Dadurch dass Da Lat in den wunderschoenen Bergen Vietnams liegt, bekommt es auch eine frische Brise und ist mueckenfrei.
Gleich am Busterminal sprachen uns die Easyrider an (http://vietnameasyriderteam.com/AboutUs.aspx) und uberzeugten uns fuer eine 3-Tagestour mit ihnen durch die Highlands. Am naechsten Morgen schwangen wir uns dann gegen 8.30 auf die Motorraeder und los ging's. Und wie es los ging:
Von Pagoden, Kaffeeplantagen, Blumenfarmen (Da Lat ist die Blumenstadt in Vietnam), Currybaeumen uber Wasserfaelle bis zu Friedhoefen der M'nong people hier in Vietnam... Wir hatten alles! Dabei fuhren wir auf dem Motorrad durch atemberaubende Berglandschaften, Reisfelder, Schluchten und schliesslich den Dschungel. Immer wieder hielten wir an, damit wir uber Land und Leute, Kultur und Religion, sowie die Geschichte dieses faszinierenden Landes reden konnten. Dabei waren die Easyrider die ganze Zeit ueber hilfsbereit und aufgeschlossen und wir konnten unser Glueck kaum fassen. Abends ubernachteten wir dann in einem kleinen Hotel am Berg mit Blick auf den See und fielen gegen 21.00 in die Bettn, total erledigt und gluecklich von diesem Wahnsinnstag!
marnie hensler - 28. Feb, 14:45
Nachdem wir Sihanoukville mit einem Laecheln aus dem hinteren Fenster des Buses verlassen hatten, befanden wir uns auch schon back on the road ins vertraute Phnom Penh. Von dort sollte es um Mitternacht mit dem Sleeper Bus nach Hoh Chi Minh nach Vietnam gehen. Nach deutscher Puenktlichkeit fanden wir uns yur bestellten Pick Up Zeit am Bus Terminal ein. Bus nach Bus hielt und fuhr wieder. Immer hiess es five more minutes. Nach ebenfalls deutscher Gemuetlichkeit warteten wir geduldig. Als dann allerdings ein Bus auftauchte, der sehr verdaechtig nach unserem aussah, fragten wir dennoch nach. Nein nein, auch diesmal nicht unserer.
Im Vorbeigehen schnappten wir dann allerdings einige Gesprachsfetzen anderer Reisender auf, die meinten dieser Bus faehrt nach Saigon. Da besagter Bus allerdintgs total uberbucht su sein schien und die Leute teilweise wieder weggeschickt wurden, war nun Eigeninitiative angesagt. Hauptsache rein in den Bus. Irgendwann hatten wir das dann auch geschafft, doch waere in mein 50cm breites Schlafdomizil, welches aus einer Pritsche mit 20cm Kopffreiheit bestand, noch eine weitere Person eingedrungen waere ich wahrescheinlich freiwillig in Kambodscha geblieben. SO verbrachten wir eine interessante Nacht, eingepfercht wie die Oelsardinen, aber immer mit dem Bild Vietnams im Kopf. Einfach Augen zu und durch... im wahrsten Sinne des Wortes.
marnie hensler - 26. Feb, 14:42